Der Mindestlohn beim monatlichen Gehalt und einer 40-Stunden- Woche.

Gepostet am Aktualisiert am


Seit dem 1.1.2015 gibt es den gesetzlichen Mindestlohn von derzeit € 8,50 brutto pro Stunde. Ab dem 1.1.2017 ist der gesetzliche Mindestlohn erstmalig erhöht worden und beträgt nun € 8,84 brutto pro Stunden.

Wie hoch ein monatliches Gehalt wäre, steht im Gesetz nicht.

Mindestlohngehalt 2015 berechnen?

Bei der Berechnung des monatlichen „Mindestlohngehalts“ wird häufig Fehler in der Praxis gemacht. Ein Beispiel soll dies verdeutlichen:

Beispiel: Arbeitnehmer hat regelmäßige Arbeitszeit von 40 h pro 5-Tage-Woche (8 h pro Tag) und soll monatliches Gehalt (in jedem Monat) in Höhe des gesetzlichen Mindestlohnes bekommen.

Wie wird der Mindestlohn pro Monat berechnet?

4 (Wochen) x 40 h x € 8,5 = € 1.360,00 brutto ?
oder
4,33 (Wochen) x 40 x 8,5 = € 1.472,20 brutto ?
oder
es kommt auf den Monat an ?

Lösung:
Das monatliche Gehalt – unter Beachtung des gesetzlichen Mindestlohnes – muss unter Berücksichtigung der Arbeitstage pro Monat (inklusive der in der Woche liegender Feiertage) berechnet werden. Das Gehalt ist bei genauer Berechnung von Monat zu Monat – abhägig von den Arbeitstagen – unterschiedlich hoch und zwar wie folgt.

Es kommt auf die Anzahl der Arbeitstage pro Monat an!

Monat mit 20 Arbeitstagen: 20 Tage x 8 h x € 8,5 = € 1.360,00
Monat mit 21 Arbeitstagen: 21 Tage x 8 h x € 8,5 = € 1.428,00
Monat mit 22 Arbeitstagen: 22 Tage x 8 h x € 8,5 = € 1.496,00
Monat mit 23 Arbeitstagen: 23 Tage x 8 h x € 8,5 = € 1.564,00

Der Juli 2015 hatte z.B. 23 Arbeitstage, so dass hier ein höheres Gehalt zu zahlen wäre.

Da der Mindestlohn aber wenigsten in Höhe von € 8,50 pro Stunde gewährt werden muss, hätte ein Arbeitnehmer, der z.B. monatlich ein Gehalt in Höhe von € 1.500 brutto bei einer 40 h-Woche erhält, gegen den Arbeitgeber z.B. für den Monat Juli 2015 einen Nachzahlungsanspruch von € 64,00 brutto.

Mindestlohn ab Januar 2017

Bitte beachten Sie, dass der Mindestlohn in regelmäßigen Abständen (alle 2 Jahre) durch die sog. Mindestlohnkommision überprüft wird und dann ggfs. sich ändert.

Achtung! Ab dem 1.1.2017 wird der gesetzliche Mindestlohn erhöht und beträgt dann € 8,84 brutto pro Stunde!

neuer Mindestlohn und monatliches Gehalt ab 1.1.2017

Nimmt man das obige Beispiel, dann wäre ab dem 1.1.2017 eben der neue, höhere Mindestlohn von € 8,84 zu beachten.

Monat mit 20 Arbeitstagen: 20 Tage x 8 h x € 8,84 = € 1.414,00
Monat mit 21 Arbeitstagen: 21 Tage x 8 h x € 8,84 = € 1.485,12
Monat mit 22 Arbeitstagen: 22 Tage x 8 h x € 8,84 = € 1.555,84
Monat mit 23 Arbeitstagen: 23 Tage x 8 h x € 8,84 = € 1.626,56

Der Monat März und August 2017 haben 23 Arbeitstage.

Ein monatlich gleichbleibendes Gehalt in Höhe des gesetzlichen Mindestlohnes müsste von daher im Jahr 2017 über € 1.626,56 liegen, z.B. also  1.630,00 brutto.

Rechtsanwalt Andreas Martin

14 Gedanken zu „Der Mindestlohn beim monatlichen Gehalt und einer 40-Stunden- Woche.

    […] Mindestlohnkommision entscheidet alle 2 Jahre über eine Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohnes (§ 9 MiLOG). Der zum 1.1.2016 eingeführte Mindestlohn von € 8,50 brutto die Stunde wird […]

    Hartmut Gerstenkorn sagte:
    21. Februar 2017 um 17:27

    Sehr geehrter Herr Martin,

    wie vertragen sich Ihre Aussagen zur Berechnung des Gehaltes auf der Basis Mindestlohn mit dem Mindestlohnrechner des Bundesmin. f. Arbeit und Soziales?

    …..

    Dort wird im Gegensatz zu Ihren Ausführungen folgendes gesagt:

    Es handelt sich um die Angabe für ein verstetigtes Monatsgehalt (ohne Überstunden). Das heißt, dass trotz der unterschiedlichen Werktage pro Monat über das Jahr hinweg ein verstetigtes Entgelt gezahlt werden darf. Wird kein verstetigtes Monatsgehalt gezahlt, ergibt sich der Mindestlohnanspruch auf Grund der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden, die nach Länge des Monats und der tatsächlichen Anzahl der Werktage variieren können.

    MfG

    H. G.

      Rechtsanwalt Andreas Martin geantwortet:
      23. Februar 2017 um 09:11

      Selbstverständlich kann man ein „verstetigtes Gehalt“ jeden Monat in gleicher Höhe zahlen. Es muss dann aber immer über den Mindestlohn liegen und dieser bestimmt sich nun einmal danach, dass pro Stunde € 8,84 brutto gezahlt werden müssen. Ansonsten könnte der Arbeitgeber € 1.000 brutto pro Monat bei 40 h regelmäßiger Arbeitszeit zahlen.

    Siegfried Rapsch sagte:
    2. März 2017 um 07:02

    Sehr geehrter Herr Martin,
    ich bieziehe seit 15 Jahren einen sogenannten Festlohn von 1586,00€ Brutto.
    Dieser Lohn ist in jedem Monat gleich.
    Zählt er nun als Gehalt, oder als Lohn?
    Wie ist dann der Mindestlohn zu berechnen?

    MfG
    S.R.

      Rechtsanwalt Andreas Martin geantwortet:
      5. März 2017 um 06:38

      Ob dies Gehalt oder Lohn ist, spielt keine Rolle (hier eher gehalt). Die Berechnung bestimmt sich danach, wie im Beitrag angegeben nach dem regelmäßigen Arbeitszeit. Falls Sie noch Fragen dazu haben, wenden Sie sich am besten an einen Fachenanwalt für Arbeitsrecht vor Ort.

      städtische Mitarbeiterin sagte:
      30. November 2017 um 13:26

      @Siegfried Rapsch Das kommt darauf an wie lange Sie am Tag arbeiten und wie viele Tage sie arbeiten. Genau so setzt sich auch ihr Urlaub zusammen. Laut § 3 Absatz 1 BUrlG beträgt der jährliche Mindesturlaub 24 Werktage, bei einer 6 Tage Woche. Wenn Sie 4 Tage arbeiten stehen Ihnen also nur 16 Urlaubstage zu. Einfacher Dreisatz.

    gering verdiener sagte:
    10. August 2017 um 09:34

    Wie sieht es bei Geltendmachung von Mindestlohn bei monatlich gleichem Gehalt ohne Stundenlohn im Vertrag aus? Dazu Teilzeit mit unterschiedlicher stundenzahl (2×7, 1×4, 1×9) aus? Wird die es ausgeglichen auf Monat oder muss man eigentlichen Stundenzahl pro Monat berechnen?

      Rechtsanwalt Andreas Martin geantwortet:
      11. August 2017 um 14:35

      Pro Stunde ist der Mindestlohn zu zahlen. Wenn das Gehalt geringer ist als der Lohn nach den zusammengerechneten Stunden, dann muss die Differenz dazu gezahlt werden.

    Schierhorn sagte:
    31. August 2017 um 15:10

    Mein Arbeitgeber hat mein Gehalt zum 01.01.2017 von 1500€ auf 1532,24€ angehoben. Muß er wenn mir das zuwenig gezahlte Nachzahlen

    Janina sagte:
    29. Januar 2018 um 20:57

    Hallo,
    ich habe Ihren Beitrag gelesen und habe dazu eine Frage:
    Ich kenne einen Arbeitgeber, der zahlt seinen Mitarbeitern den Mindestlohn von 8,84€ und bezahlt diese nach Arbeitstage, sprich im Februar wird nur ein Gehalt für 20 Tage (bei einer 40 Stundenwoche, 8 Arbeitsstunden pro Tag) gezahlt. Ist dies so rechtens oder kann man dagegen vorgehen bzw. den Vertrag anfechten?
    Lieben Dank für die Antwort
    Viele Grüße
    Janina

      Rechtsanwalt Andreas Martin geantwortet:
      4. Februar 2018 um 08:46

      Eine solche Abrechnung ist unproblematisch möglich, wenn dies so im Arbeitsvertrag (was eigentlich der Normalfall ist) vereinbart ist.

    puschmann sagte:
    14. Juni 2018 um 15:35

    Mein Festlohn von 1785 brutto mtl
    = 8,50 Stdlohn bei 210 Arbeitsstd/Monat
    wurde 2017 nicht angepasst mit der Begründung des Steuerberaters meiner Chefin , der Festlohn bräuchte nicht an die Mindestlohnerhöhung angepasst werden.
    ist Festlohn juristisch tatsächlich nochmal was andres als Gehalt oder Lohn ?
    Oder was bedeutet das aus Ihrer Sicht?

      Rechtsanwalt Andreas Martin geantwortet:
      17. Juni 2018 um 07:38

      Der Festlohn / das Gehalt darf auch nicht den gesetzlichen Mindestlohn unterschreiten (210 h x € 8,50 bzw. jetzt 8,87 = Gehalt für diesen Monat). Lassen Sie dies am besten vor Ort vom Anwalt überprüfen.

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