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Top Ten der schwierigsten Mandanten – heute der Telefonschnorrer

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Top Ten der schwierigsten Mandanten – heute der Telefonschnorrer

Über den „Ich-habe-da-mal-eine-Frage-Mandanten“ habe ich ja bereits berichtet, heute ist der Telefonschnorrer oder Rechtsberatungsschnorrer dran.

Der Telefonschnorrer hat sich Fernkommunikationsmittel spezialisiert; man sieht ihn selten. Seine liebste Kontaktaufnahme ist per Telefon. Der Telefonschnorrer klärt seine „Rechtsangelegenheiten“ grundsätzlich telefonisch. Dabei holt er sich schon einmal zur Vorbereitung des Gespräches Informationen aus dem Internet und vom Nachbarn, um dann auch gezielt fragen stellen zu können.

Das Gespräch leitet er meistens mit, „Ich habe Ihre Internetseite gelesen ….und möchte mal wissen,ob ich einen Rechtsanwalt brauche…….“, ein. Danach schildert er – um jeder negativen Antwort vorzubauen – sofort den Sachverhalt. Im Anschluss kommt dann die freundliche Frage, „was man da machen könne.“.

Der Telefonschnorrer liebt das kurze Gespräch, wobei es auch mal länger dauern kann, wenn das Gespräch nur kostenlos bleibt.

In letzter Zeit ist auch ein zunehmendes Qualitätsbewusstsein des Telefonschnorrers zu beobachten. Man fragt und fordert  gezielt nach Spezialisten; „ich suche eine Kanzlei für Verkehrsrecht“. Er hat höchste Ansprüche an die Auskunft und geht – wie selbstverständlich – davon aus, dass diese Auskunft auch kostenlos ist. Schließlich kostet es den Rechtsanwalt ja nur einige Minuten seiner Zeit und er könne doch mal schnell am Telefon ein paar Fragen beantworten.

Wenn dann geantwortet wird, dass keine kostenlose Rechtsauskunft erteilt wird, ist der Telefonschnorrer überrascht und enttäuscht, denn schließlich findet man die meisten Antworten ohnehin im Internet und man bräuchte doch nur eine Bestätigung, ob die eigene Ansicht richtig ist oder ob es sich lohnt, einen Rechtsanwalt einzuschalten.

Enttäusch beendet der Telefonschnorrer das Gespräch. Die Enttäuschung hält sich aber in Grenzen, denn der Telefonschnorrer hat ja noch ein paar Telefonnummern zur Hand ….. .

RA A. Martin

Kostenlose Rechtsberatung durch Rechtsanwälte erlaubt?

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Kostenlose Rechtsberatung durch Rechtsanwälte erlaubt?

Wenn man in den USA Fernsehen schaut, dann fällt auf, dass in  jedem 3. Werbespot amerikanische Rechtsanwälte damit werben, dass sie Ihre Rechte mit allen erdenklichen Mitteln wahrnehmen werden und die (erste) Rechtsberatung kostenlos sei. Weiter kommt dann auch meist noch der Satz „Wenn Sie nichts bekommen, bekommen wir auch nichts!“ (also reine Erfolgshonorare), aber dies ist eine andere Geschichte, zu der später noch gepostet wird.

Nun fragt sich der deutsche Mandant, weshalb geht dies in Deutschland nicht oder gehts doch?

Um das Ergebnis vorweg zu nehmen:

Die Rechtsberatung durch Rechtsanwälte in Deutschland ist grundsätzlich kostenpflichtig. Selbst die Werbung eines Rechtsanwalts die Rechtsberatung kostenlos durchzuführen, wäre bereits – auch ohne spätere Rechtsberatung – ein Verstoß gegen die anwaltlischen Berufspflichten. Selbst die Beratung zu besonders geringen Gebühren -ohne Differenzierung nach dem Gegenstandswert und die Schwierigkeit der Sache, z.B. „Jede Beratung € 20,00!“ wäre eine Problem.

Warum ist dies so?

Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass die anwaltliche Rechtsberatung kein Billigprodukt ist. Dies hängt damit zusammen, dass der Rechtsanwalt für eine falsche Auskunft auch voll haftet.  Dies kann bei hohen Streitwerten existienzgefährend sein. Die Vergütung für die Beratung ist zumindest ein geringer Ausgleich für die Haftung.

Gibt es Ausnahmen?

An einige Amtsgerichten sind Beratungshilfestellen eingerichtet worden. Dort beraten Rechtsanwälte sozial schwache Mandanten kostenlos. 

Weiter gibt es die Möglichkeit bei den Amtsgerichten einen sog. Beratungshilfeschein zu beantragen. Mit diesem Beratungshilfeschein kann man dann zum Rechtsanwalt seiner Wahl gehen und zahlt dort maximal € 10,00. 

Ein Anwalt kann – nach der Durchführung des Auftrages – unter bestimmten Umständen auf sein Honorar verzichten. Dies ist aber ein Ausnahmetatbestand.

Rechtsanwälte, die sich nicht daran halten?

In unserer Kanzlei in Berlin melden sich häufig in arbeitsrechtlichen Fällen Mandanten, die telefonisch eine kostenlose Rechtsauskunft haben wollen. Dabei wird häufig darauf verwiesen, „dies sei ja in Berlin üblich.“. Diese Angabe ist natürlich falsch.  Kein seriöser Rechtsanwalt -auch nicht in Berlin –  wird einer unbekannten Person am Telefon eine Rechtsauskunft geben, gerade wenn es „um etwas geht„. In vielen Fällen tut man den Mandanten keinen Gefallen damit, da sich häufig erst im persönlichen Gespräch nach Durchsicht der Unterlagen herausstellt, dass der Sachverhalt schon vom Mandanten nicht richtig erfasst wurde.

gesetzliche Grundlagen:

§ 49 b der Berufsordnung der Rechtsanwälte lautet:

„Es ist unzulässig, geringere Gebühren und Auslagen zu vereinbaren oder zu fordern, als das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz vorsieht, soweit dieses nichts anderes bestimmt.“