mobbing am arbeitsplatz

Was ist ein Mobbing-Tagebuch?

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Was ist ein Mobbing-Tagebuch?

Tagebücher führt man für alles Mögliche. Aber warum sollte man gerade ein Tagebuch für das Mobbing führen?

Ganz einfach. In Mobbing-Schutzprozessen muss der „Gemobbte“ diverse Umstände im Zusammenhang mit dem Mobbing nachweisen. Kann er des nicht, wird er im Normalfall das Verfahren vor dem Arbeitsgericht verlieren. Dies ist doppelt schlimm, da zum einen der Geschädigte keine Genugtuung für das bereits Geschehene bekommt und andererseits auch noch der Arbeitgeber letztendlich triumphiert.

Was muss das Mobbing-Opfer nachweisen?

Das Mobbing-Opfer muss Folgendes im Prozess vor dem Arbeitsgericht nachweisen:

  • die Handlung, die eine Rechtsverletzung durch Mobbing darstellt
  • die Verletzung der Rechtsgüter des Arbeitnehmers (z.B. Gesundheit)
  • die Kausalität zwischen der Handlung und der Rechtsgutsverletzung
  • der Schaden, welcher der Verletzung des Rechtsguts zurechenbar ist
  • ein Verschulden des Arbeitgebers in Bezug auf die Rechtsverletzung
  • Voraussehbarkeit seitens des Arbeitgebers (bei Gesundheitsverletzungen)

Dies alles muss der Arbeitnehmer im Bestreitensfall nachweisen, was sehr schwierig ist. Häufig werden Mobbing-Prozesse allein deswegen verloren.

Was ist nun ein Mobbing-Tagebuch?

Ein Mobbing-Tagebuch ist eine schriftliche Aufzeichnung des Arbeitnehmers, welcher in welchen er die Vorfälle mit Ort und Zeitpunkt, Art, Anlass und Inhalt und den handelnden Personen einträgt. Allein aufgrund dieser Aufzeichnungen ist es überhaupt möglich das konkrete Geschehen substantiiert vor Gericht vorzutragen. Dem Arbeitnehmer kann man nur dringend raten ein so genanntes Mobbing-Tagebuch zu führen, um später im Prozess vor dem Arbeitsgericht wenigstens den Sachverhalt konkret vortragen zu können.

Anwalt Arbeitsrecht in Berlin – Rechtsanwalt Martin

Rauchverbot im Lkw – € 8.000,00 Schmerzensgeld wegen Mobbing?

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Rauchverbot im Lkw – € 8.000,00 Schmerzensgeld wegen Mobbing?

Rechtsanwalt Arbeitsrecht Berlin

Schmerzensgeld aufgrund von Mobbing wird immer häufiger durch die Arbeitsgerichte zugesprochen. Es sind auch schon höhere Beträge ausgeurteilt worden. Das Landesarbeitsgericht Nürnberg hatte ebenfalls über einen Mobbing-Fall zu entscheiden.

Entscheidung des LAG Nürnberg

Ein Lkw-Fahrer machte einen Anspruch auf Schermenzsgeld aufgrund von Mobbing geltend. Er war seinem Arbeitgeber u.a. Folgendes vor:

  • Rauchverbot im Lkw (obwohl er starker Raucher war)
  • Androhung von Konsequenzen, wenn der Lkw beschädigt werden würde
  • ständige Kritik
  • Aufforderung die Lenkzeiten und Pausen nicht einzuhalten
  • der Arbeitnehmer „fahre wie ein Schwein“

Das Arbeitsgericht wies die Forderung des Arbeitnehmers auf € 8.000,00 Schmerzensgeld wegen Mobbing zurück. Das Landesarbeitsgericht Nürnberg entschied als Berufungsinstanz, dass die Berufung ebenfalls abgewiesen wird.

Das LAG Nürnberg führte dazu aus:Z

Zutreffend hat das Arbeitsgericht festgestellt, dass der Sachvortrag des Klägers zur Begründung eines Schmerzensgeldanspruches nicht ausreicht.Verschiedene der vorgetragenen Bemerkungen und Handlungsweisen des Beklagteninhabers sind nicht einmal rechtswidrig, erst recht ist hierdurchkeine Beeinträchtigung der Person des Klägers erkennbar.

Ob der Inhaber der Beklagten andere Arbeitnehmer „wie den letztenDreck“ behandelt hat, kann – was auch immer man darunter verstehensoll – dahinstehen. Ein Schadensersatzanspruch kann allein darauf gegründetwerden, dass dem betroffenen Arbeitnehmer durch ein bestimmtes,gegen ihn gerichtetes Verhalten ein Schaden zugefügt worden ist.Dies hat mit Einschätzungen ehemaliger Arbeitnehmer nichts zu tun.
 
Anmerkung:
Die Mobbingverfahren sind aber oft schwierig zu führen. Der Arbeitnehmer muss das Mobbing nachweisen, was nicht immer einfach ist.
 
Rechtsanwalt  A. Martin – Berlin