Kündigung Drohung Arbeitnehmer

ArbG Wuppertal: „Hier fliegt alles in die Luft!“ – reicht für eine fristlose Kündigung nich aus!

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ArbG Wuppertal: „Hier fliegt alles in die Luft“ – reicht für eine fristlose Kündigung nich aus!

Das Arbeitsgericht Wuppertal hatte über eine fristlose Kündigung – ohne vorherige Abmahnung – zu entscheiden. Der Arbeitnehmer soll gesagt haben: „Hier fliegt alles in die Luft“ und „Wenn ich entlassen werde, bringe ich alle um!“. Nach Ansicht des Arbeitsgerichts hätte der Arbeitgeber erst abmahnen müssen. Kündigung unwirksam!

Kündigung und Drohung-Was war passiert:

Eine Arbeitnehmer, der als Maschinenbauer tätig ist  und soll den Betriebsfrieden durch eine Tätlichkeit gegen einen Kollegen und durch Äußerungen wie „hier fliegt alles in die Luft“ und „wenn ich entlassen werde, dann bring ich alle um“ derart gestört haben, dass die Beklagte ihn fristlos, hilfsweise fristgerecht gekündigt hatte, ohne vorher eine Abmahnung ausgesprochen zu haben. Die unmittelbaren Arbeitskollegendes Klägers sollen zudem  angekündigt haben, im Falle der Rückkehr des Klägers, die Arbeit einzustellen.

das Arbeitsgericht Wuppertal und die Kündigungsschutzklage

All dies reichte dem Arbeitsgericht Wuppertal für eine fristlose und außerordentliche Kündigung nicht aus. Das Arbeitsgericht kam zum Ergebnis, dass der Arbeitgeber vor dem Ausspruch der Kündigung den Arbeitnehmer wenigstens hätte abmahnen müssen. Ob der Arbeitnehmer hier ernsthaft die Äußerungen gemeint hat, sei nicht feststellbar gewesen, ebenso wenig die Äußerungen der Kollegen des Arbeitnehmers.

Rechtsanwalt A. Martin – Arbeitsrecht Berlin