Fachanwalt 2009

20 weitere Fachanwaltschaften?

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20 neue Fachanwaltschaften?

– ein nicht ganz ernst gemeinter Beitrag –

Die 20. Fachanwaltschaft – der Fachanwalt für Agrarrecht (ab dem 1.07.2009)  – wurde bereits eingeführt. Nun sollen weitere 20 folgen, damit man den Bedarf an spezialisierten Rechtsanwälten befriedigen kann.

Welche Fachanwaltschaften weiter eingeführt werden sollen, ist noch nicht bekannt. Laut Aussage soll dies wohl auch egal sein: „Irgendeine Spezialisierung reiche schon aus.“.

Ein heißer Kandidat ist derzeit der „Fachanwalt für das kaukasische Hütehunderecht“. Anstelle der Klausuren sieht die praktische Prüfung hier so aus, dass diese mit der Aufzählung aller bekannter Hütehunde, die in Funk und Fernsehen eine gewisse Popularität erlangt haben (Lessi & Co), beginnt. Danach folgt das Treiben einer Schafherde (wenigstens 20 Tiere – Lämmer zählen nicht!) auf die Weide und wieder zurück. Das Treiben erfolgt in Robe (der Schönfelder (gebunde Ausgabe  ist mitzuführen) und als besondere Schwierigkeit einmal mit und einmal ohne Hund.

Dem Fachanwalt für das kaukasische Hütehunderecht wird bei bestandener Prüfung zusammen mit der Ernennungsurkunde ein Welpe (Farbe nach Wunsch) feierlich überreicht. Der Hund ist als Statussymbol zur Verhandlung mitzubringen. Auf der Robe ist ein entsprechender „Aufnäher“ in Größe 20 x 30 cm (Rückseite) anzubringen. Das Tragen einer kaukasischen Hirtemütze ist, während der Verhandlung gestattet, aber keine Pflicht. Das Gericht soll dem Hund Wasser und einen Snack pro Verhandlungsstunde stellen. Als kleiner Bonus darf der Fachanwalt für das kaukaische Hütehunderecht auch das Abwesenheitsgeld 2 x berechnen (1x für sich selbst und 1x für den Hund), sofern der Hund seine Hütte (nur die Haupthütte zählt) in einer anderen politischen Gemeinde hat. Es gibt aber auch mehr Verpflichtungen. Die Weiterbildung muss ebenfalls vom Hund besucht werden. Außerdem ist für den Hund ein zusätzlicher Beitrag für das Versorgungswerk für die Altersversorgung einzuzahlen (1/3 des Beitrags des Fachanwalts). Dafür gibt es dann auch Berufsunfähigkeitsrente sofern der Hund aufgrund eines Unfalles oder wegen Alters nicht mehr mit zur Verhandlung genommen werden kann. Ersatzhunde finden sich in diesem Fall in ausreichender Zahl im Anwaltszimmer.

Ein entsprechendes Gesetzgebungsvorhaben wurde bereits angeregt. Der Richterbund hat bereits seine Zustimmung signalisiert, sofern die Richter ebenfalls ihre Hunde und Katzen zur Verhandlung mitbringen dürften. Der Öffentlichkeit soll es aber weiterhin verwehrt bleiben Tiere in den Gerichtssaal mitzubringen, damit einer gewisser Abstand zwischen Juristen und den einfachen Volk gewahrt bleibt.

Hoch lebe die Fachanwaltschaft!

RA A. Martin – Anwalt Berlin