USA

Mandantenfang in den USA!

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Mandantenfang in den USA!

Bekanntlich haben die Amerikaner eine sehr hohe Anwaltsdichte. Andererseits verdient man als US-Anwalt auch ausgesprochen gut, wenn man die entsprechenden Fälle hat. Dies müssen nicht immer wirtschaftsrechtliche Mandate sein. Auch am Verkehrsrecht, Arzthaftungsrecht, am Strafrecht und auch am Familienrecht kann man in den USA richtig Geld verdienen. Bei Verkehrsunfällen ist der materielle Schaden meist nur Nebensache. Der US-Anwalt ist scharf auf das Schmerzensgeld. Gerade bei ernsthaften Verletzungen kann das Schmerzensgeld in den USA ohne Probleme die 100.000 Dollar überschreiten und in den Millionen gehen. Der US-Anwalt vereinbart hier fast ausschließlich ein Erfolgshonorar. Üblich sind 30 % von dem, was reinkommt.

Entsprechend begeht sind die Verkehrsunfallmandate in den USA. Im Fernsehen sieht man von daher ständig Werbung von amerikanischen Kollegen, die ihre Kanzlei anpreisen und eine kostenlose Beratung anbieten und dabei nicht vergessen darauf zu verweisen: „Wenn Sie nichts bekommen, bekommen wir auch nichts!“.

Die Werbung um das konkrete Mandat ist in den USA dabei üblich und auch nichts Besonderes. Die Visitenkarte dem Unfallopfer zuzustecken, ist dabei allerdings ein alter Hut. Mittlerweile werden den Unfallopfern bei lohnenden Fällen nicht nur die Visitenkarten zugesteckt, sondern gleich noch ein paar Tausend Dollar Bargeld um den Fall zu bekommen. In Anbetracht der Möglichkeiten eine hohe Schadenersatzsumme zu erreichen ist, dies mitunter eine gute Investition.

Ein Fall aus der Familie hat mich – obwohl ich von der obigen Praxis schon häufiger gehört hatte – dennoch erstaunt:

Beim Unfall eines Familienangehörigen in New York , der von der Gegenseite verschuldet wurde, war nicht die Polizei als Erster am Unfallort,sondern ein Mitarbeiter einer amerikanischen Anwaltskanzlei. Dieser „vernahm“ schon mal vorsorglich die Zeugen und machte Fotografien vom Unfallort. Von soviel Engagement beeindruckt, erteilte dann der Geschädigte tatsächlich das Mandant dieser Anwaltskanzlei, obwohl er eigentlich mehrere Anwälte „interviewen“ wollte.

Von daher gilt wohl auch in den USA: „Der frühe Vogel fängt den Wurm!“.

Ob wir in Deutschland bald auch amerikanische Verhältnisse haben (bei Änderung der Berufsordnung), bleibt abzuwarten.

Ein frohes und erfolgreiches Jahr 2010 wünsche ich allen Kollegen!

RA A. Martin – Anwalt Berlin

Amerikanische Dienstleistungsgesellschaft – wo bist du?

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Amerikanische Dienstleistungsgesellschaft – wo bist du?

Was hält man uns Deutschen alles vor. Wir lieben unsere Autos mehr als unserer Kinder. „Reservieren“ uns im Urlaub schnell mal per Handtuch die besten Plätze und gehen dann gemütlich frühstücken. Sind gnadenlose Pessimisten („Wie geht´s? – Man kann nicht klagen!“).  Und überhaupt sind wir Deutsche doch die totalen Dienstleistungsmuffel.

Wer in Berlin mal Bus gefahren ist, kommt nicht umhin, zuzugeben, dass ein Dienstleister nicht im Befehlston mit seinem Auftraggeber sprechen sollte. Ich verweise hier auf meinen Artikel „Schlag nie den Busfahrer!„.

Wie sieht es nun mit der Dienstleistungsbereitschaft im Mutterland der Dienstleistungsgesellschaft, in den USA aus?

Mehr schlecht als recht! Unmotivierte und schlecht (oder gar nicht)  ausgebildete Verkäufer.

Beispiele:

Ich frage in einem Fotogeschäft nach einen Film mit hoher Belichtungsintensität. Die Verkäuferin fragt darauf, welche „Geschwindigkeit denn meine Kamera hätte“. Fast überall wird man an der Kasse leidenschaftslos gefragt: „Cash or Credit?“; meist spart man sich dabei auch noch das „How are you?“. Im Elektronik-Markt macht sich die Verkäuferin noch nicht einmal die Mühe stehen zu bleiben, als ich sie anspreche. Auf der Suche nach einem Konverter sind die Verkäufer völlig überfordert. Ich werde in 4 verschiedene Abteilungen des Kaufhauses geschickt. Der letzte Verkäufer sucht den Konverter, kommt aber nicht wieder! Nach einer Viertelstunde finden wir unseren Verkäufer; er steht gelangweilt an einem Regal gelehnt. Seine Antwort: „Oh, den Konverter habe nicht nicht gefunden!“.

Frohes Fest und guten Rutsch!

Anwalt Berlin – RA A.Martin