Kündigung mündlich ausgesprochen und später schriftlich erhalten, was nun?

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Es kommt häufig vor, dass der Arbeitgeber den Arbeitnehmer über eine bevorstehende Kündigung mündlich informiert oder sogar die Kündigung zunächst mündlich ausspricht. Einige Tage später kommt dann ein Schreiben mit der schriftlichen Kündigung ,aber mit einem falschem Datum bzw. einen alten Datum.

Beispiel: Kündigung am 15.04.2011 mündlich ausgesprochen. Erst am 9.05.2011 kommt die Kündigung per Post an, aber mit Datum vom 15.04.2011 zum 29.04.2011 (Probezeitkündigung). Was nun?

mündliche Kündigung vom 15.04.2011?

Eine mündliche Kündigung verstößt gegen § 623 BGB und ist nichtig. Eine Kündigungsschutzklage muss gegen eine mündliche Kündigung nicht eingereicht werden. Damit ist – ausgehend vom obigen Beispiel – die mündliche Kündigung am 15.04.2011 nichtig. Es gab an diesen Tag also keine Kündigung die mittels Kündigungsschutzklage anzugreifen wäre.

schriftliche Kündigung vom 15.04.2011?

Die schriftliche Kündigung – mit Datum vom 15.04.2011 – ist grundsätzlich beachtlich. Allerdings ist es egal, von wann diese datiert ist. Entscheidend ist das Datum des Zuganges der Kündigung beim Arbeitnehmer, also hier der 9.05.2011. An diesem Tag beginnt die Kündigungsfrist zu laufen, so dass eine Kündigung frühestens zum 23.05.2011 (Probezeitkündigung/ 2 Wochen) möglich wäre.

Kündigungsschutzklage

Die Frist für die Erhebung der Kündigungsschutzklage beträgt 3 Wochen vom Zeitpunkt des Zuganges der Kündigung. Diese läuft also am 30.05.2011 ab. Wichtig ist, dass ohne Erhebung der Kündigungsschutzklage sich der Arbeitnehmer nicht auf die nicht beachtete Kündigungsfrist berufen kann. Siehe den Artikel: „Kündigung mit falscher Kündigungsfrist„. Er muss also zwingend die Kündigungsschutzklage hier erheben, wenn er sich gegen die falsche Kündigungsfrist wehren möchte, auch wenn das Kündigungsschutzgesetz hier keine Anwendung findet.

Arbeitsrecht Berlin – RA Martin

4 Gedanken zu „Kündigung mündlich ausgesprochen und später schriftlich erhalten, was nun?

    michaeleriksson sagte:
    14. Mai 2011 um 11:56

    Was wäre jetzt, wenn der Arbeitgeber (allgemeiner: Absender) behauptet, der Versand hätte doch rechtzeitig stattgefunden?

    (Mittlerweile sind schliesslich sehr viele Briefe nicht mit einem Poststempel versehen.)

      rechtsanwaltarbeitsrechtberlin geantwortet:
      18. Mai 2011 um 12:43

      Der Arbeitgeber muss den Zugang der Kündigung nachweisen. Der rechtzeitige Versand besagt noch nichts. Es kommt auf den Zugang an und den wird der Arbeitgeber schwierig nachweisen können, wenn er das Schreiben mit der Post geschickt hat. Siehe Artikel zum Einschreiben/Rückschein.

    […] den Originalbeitrag weiterlesen: Kündigung mündlich ausgesprochen und später schriftlich erhalten … Medien zum Thema   Medien by […]

    Z.M. sagte:
    14. Januar 2013 um 20:25

    Hallo,
    Ich habe auch dieses Problem 😦
    Mein Chef hat mich bereits vor 3 Monaten darüber informieret das ich nach Ablauf von Elternzeit (02/13) gekündigt werde. Leider kam keine schriftliche Kündigung an und ich habe ihm deshalb 5 mal angerufen und ihm daran errinert!
    Gestern kam er persönlich zu mir nach Hause an und hat mir die Kündigung in Hand gedruckt (kein Gespräch nur Hallo, bitte und tschüß)und ist weg. Nachdem ich das Briefumschlag geöffnet habe war ich schockiert! Die Kündigung ist mit Datum 27.12.12 geschrieben und ist zum 31.1.13. Heute bin ich damit zum Arbeitsamt und habe gleich das erste Problem! 3 Monate Sperre von Arbeitslosengeld 1! Da die Kündigung mit Datum 27.12 geschrieben wurde und ich erst am 14.1 zum Arbeitsamt war! Natürlich habe ich außer Aussage meines Nachbar kein Beweis dafür das er mir diese erst gestern gebracht hat! Was kann ich jetzt machen? Ist diese Kündigung gültig? Arbeitslos bin ich jetzt zum 1.2. angemeldet, allerdings mit 3 Monaten Geldsperre was ich sehr ungerecht finde!!!

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