Kündigungsschreiben – was ist zu beachten?

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Kündigungsschreiben – was ist zu beachten?

Wenn der Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitgeber kündigen möchte, dann stellt sich die Frage, worauf er zu achten hat.

Muster eines Kündigungsschreibens

An den Arbeitgeber (Adresse/ genaue Bezeichnung des Arbeitgebers)


Kündigung

Sehr geehrter Herr Musterarbeitgeber,

hiermit kündige ich das zwischen uns bestehende Arbeitsverhältnis,welches durch den Arbeitsvertrag vom … begründet wurde, unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist von ………  zum ……. ,  hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Bitte bestätigen Sie mir den Zugang der Kündigung und den Termin der Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Kündigungstermin).

Berlin, den ………………… (Datum)

Mit freundlichen Grüßen

……………………………….

Arbeitnehmer Schlau


Erläuterungen zum Kündigungsschreiben

Schriftlichkeit der Kündigung

Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses muss schriftlich erfolgen. Eine Kündigung per E-Mail, per Fax oder per SMS ist unwirksam und beendet das Arbeitsverhältnis nicht. Dies dürfte eigentlich allgemein bekannt sein, allerdings gibt es immer wieder Fälle in der Praxis, die etwas anderes zeigen.

Unterschrift auf der Kündigungserklärung

Die Kündigung (Arbeitnehmerkündigung) ist vom Arbeitnehmer zu unterschreiben. Erstaunlicherweise wird auch dies manchmal vergessen.

Benutzung der Worte „Kündigung“ erforderlich?

Eine Kündigungserklärung, in der das Wort „Kündigung“ nicht vorkommt, ist nicht automatisch unwirksam. Wenn sich aus dem Inhalt des Schreibens insgesamt ergibt, dass die Kündigung gewollt ist und hiermit erklärt wird, dann muss das Wort „Kündigung“ nicht vorkommen. Die Gerichte legen die Erklärung dann aus. Dies ist natürlich ein Risiko für den Arbeitnehmer, so dass man ein solche Situation vermeiden sollte, in dem man eindeutig formuliert.

Angabe von Kündigungsgründen in der Kündigung des Arbeitnehmers

Im Kündigungsschreiben muss der Arbeitnehmer grundsätzlich keine Kündigungsgründe angeben. Bei einer außerordentlichen Kündigung macht die Benennung des Kündigungsgrundes Sinn.

Zugang der Kündigungserklärung

Die Kündigung muss dem Arbeitgeber natürlich zugehen. Der Zugang wird am besten durch Übergabe/Zeugen oder durch Einwurf in den Firmenbriefkasten über einen Zeugen nachgewiesen.

Bestätigung durch den Arbeitgeber

Der Arbeitgeber muss weder den Zugang der Kündigung, noch das Ende des Arbeitsverhältnis (Fristberechnung) dem Arbeitnehmer bestätigen.

Kündigungsfristen für Arbeitnehmer

Für den Arbeitnehmer gelten die Kündigungsfristen des § 622 BGB nicht in gleiche Form, wie für den Arbeitgeber. Man spricht hier von sog. asymmetrischen Kündigungsfristen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitnehmer ist nach der Probezeit gleich lang.

Rechtsanwalt Arbeitsrecht Berlin

3 Gedanken zu „Kündigungsschreiben – was ist zu beachten?

    Kai sagte:
    4. Februar 2011 um 07:18

    Ein Grund mehr, warum Muster nur mit größter Vorsicht verwendet werden sollten. Die gesetzliche Kündigungsfrist ist nicht immer ausreichend, manchmal sind vertragliche Kündigungsfristen länger. Weiterhin werden Arbeitsverträge im Laufe eines Arbeitslebens oft geändert, dies kommt hier nicht vor, warum ist das Datum erforderlich? Warum ist erforderlich, zu erklären, dass eine Kündigungsfrist eingehalten wird? Es dürfte genügen, wenn das Datum, zu wann das Arbeitsverhältnis gekündigt wird, genannt ist. Wird die Bitte um Erteilung eines qualifizierten Zeugnisses absichtlich weggelassen?

      rechtsanwaltarbeitsrechtberlin geantwortet:
      4. Februar 2011 um 15:04

      Richtig ist, dass Muster immer mit Vorsicht zu genießen sind. Natürlich deckt das Muster nicht alles Einzelfälle ab; dies erscheint mir nachvollziehbar. Die gesetzliche Kündigungsfrist ist der Normalfall. Die vertraglich vereinbarte – andere – (was nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig ist) Kündigungsfrist ist die Ausnahme. Also – auch hier – Regel und Ausnahme. Das Datum ist nicht zwingend erforderlich, macht aber Sinn, da die Kündigungserklärung dann eindeutig ist und man die Berechnung nachvollziehen kann. Worum sollte dies falsch sein? Das Arbeitszeugnis hat mit der Kündigung nichts zu tun. Dazu kann man immer noch auffordern. Im Übrigen besteht ohnehin nicht immer ein Anspruch auf die Erteilung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses.

    […] ist die Angabe des Kündigungsgrundes im Kündigungsschreiben nicht erforderlich. Gibt der Arbeitgeber also in der Kündigung keinen Grund für die Beendigung des […]

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