Inhalt der Abmahnung im Arbeitsrecht – Androhung von Konsequenzen!

Gepostet am


Inhalt der Abmahnung im Arbeitsrecht – Androhung von Konsequenzen!

Die arbeitsrechtliche Abmahnung muss inhaltlich in Ordnung sein, wenn sich der Arbeitgeber nicht der Gefahr aussetzen möchte, dass der Arbeitnehmer durch Klage zum Arbeitsgericht die Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte erreicht. Neben der inhaltlichen Bestimmtheit im Hinblick auf das beanstandete Verhalten, muss die Abmahnung auch dem Arbeitnehmer Konsequenzen für ein weiteres vertragswidriges Verhalten androhen.

Androhung von arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der Abmahnung

Die Abmahnung muss dem Arbeitnehmer Konsequenzen androhen, wenn er sich sein vertragswidriges Verhalten abstellt. Hier gibt es eine Vielzahl von Formulierungen, die aber nicht immer ausreichend sind.

Ausreichend ist:

Der Bestand Ihres Arbeitsverhältnis ist durch das Fehlverhalten (natürlich genau zuvor beschrieben) gefährdet„.

oder

Nicht ausreichend ist:

„Ihr Fehlverhalten hat arbeitsrechtliche Konsequenzen.“ (Welche denn?)

oder

„Wir können Ihr Verhalten nicht hinnehmen!“ (Welche Konsequenzen?).

Der Arbeitgeber sollte daher auch hier die Abmahnung nicht allgemein oder ungenau formulieren.

Rechtsanwalt Arbeitsrecht Berlin – Anwalt Martin

siehe auch „Abmahnung bei mehreren Verstößen!

4 Gedanken zu „Inhalt der Abmahnung im Arbeitsrecht – Androhung von Konsequenzen!

    AndreB sagte:
    17. Januar 2011 um 10:51

    Jaja .. erinnert mich an die einzige Abmahnung, die ich jeh bekommen habe und wortwörtlich inhaltlich lautete „Ihre Arbeitsleistung hat merklich nachgelassen. Wenn Ihre Leistungen im Laufe der nächsten Monate nicht besser werden, müssen wir uns von Ihnen trennen.“

    War der selbe AG, der 2 Jahre lang keinen Urlaub gewährte (hab durchgearbeitet), dementsprechend auch kein Urlaubsgeld zahlte („Kein Urlaub, dann auch kein Urlaubsgeld“) und selbst bei regelmäßig mindestens 20 nachgewiesenen Überstunden pro Woche keine Überstunden zahlte.

    Und dann wundert man sich, wenn die Motivation nachlässt 🙂

    Wir waren jung und dumm genug uns das gefallen und lassen und das ganze hatte auch noch System…

      rechtsanwaltarbeitsrechtberlin geantwortet:
      17. Januar 2011 um 11:20

      Die Formulierung des Arbeitgebers halte ich für problematisch. Ist jetzt aber wohl egal, da ja ohnehin kein Arbeitsverhältnis mehr besteht. Schön, wenn Sie was draus gelernt haben; dies ist am Wichtigsten!

    […] angekündigt, dass die Selbstbeurlaubung „arbeitsrechtliche Konsequenzen hätte“ (siehe Artikel zur zu allgemein formulierten Abmahnung) und eine außerordentliche Kündigung rechtfertigen würde. Trotz alledem trat die Arbeitnehmerin […]

    […] Das BAG hielt den Sachverhalt also grundsätzlich geeignet, um einen außerordentlichen Grund für eine Kündigung, darzustellen. Problematisch war allein die fehlende Abmahnung, die – dies kann sich nun noch nach der Sachverhaltsaufklärung durch das Landesarbeitsgericht Hessen ergeben – aufgrund des vorherigen Geschehens – evtl. entbehrlich war. Auch hier war – was häufig in der Praxis vorkommt- wieder problematisch, dass vor der verhaltensbedingten Kündigung nicht ordnungsgemäß abgemahnt wurde. Die vorherige Äußerung des Arbeitgebers, dass ein weiterer Verstoß “arbeitsrechtliche Konsequenzen” nach sich ziehen werde, ist keine ordentliche Abmahnung, da diese “Androhung” viel zu unbestimmt ist (siehe hier Inhalt einer wirksamen der Abmahnung und das Problem des Androhens von arbeitsrechtlichen Konsequenzen). […]

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s