Kann eine unwirksame Kündigung in eine Abmahnung umgedeutet werden?

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Kann eine unwirksame Kündigung in eine Abmahnung umgedeutet werden?

Im Kündigungsrecht kann man erstaunlich oft Kündigungen in andere Erklärungen umdeuten. Dabei gilt der Grundsatz, dass man ein „Mehr“ in ein „Weniger“ umdeuten kann, aber nicht umgekehrt, so z.B. eine außerordentliche Kündigung in eine ordentliche aber nicht eine ordentliche in eine außerordentliche Kündigung. Die Frage ist nun, gilt dies auch im Verhältnis Kündigung zur arbeitsrechtlichen Abmahnung?

Umdeutung – Kündigung in Abmahnung

Kündigt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis verhaltensbedingt und erhebt dieser gegen die Kündigung eine Kündigungsschutzklage zum Arbeitsgericht, woraufhin der Arbeitgeber unterliegt, liegt eine unwirksame Kündigung vor, die grundsätzlich in eine Abmahnung umgedeutet werden kann(BAG, Entscheidung vom 31.08.19989, NZA 1990, 433). . Der Grund dafür liegt darin, dass auch der Kündigung eine Rüge- und Warnfunktion erfüllt – wie die Abmahnung – und von daher als Abmahnung umgedeutet werden kann, wenn – trotz der Unwirksamkeit der Kündigung – eine schuldhafte Vertragspflichtverletzung des Arbeitnehmers vorliegt.

denkbare Fälle – verhaltensbedingte Kündigung — Abmahnung

Hier sind Fälle denkbar, bei denen es eben für eine verhaltensbedingte Kündigung nicht ausreicht, da der Verstoß des Arbeitnehmers nicht schwerwiegend genug war und/ oder keine vorherige Abmahnung vorgelegen hat.

Abmahnung ohne Umdeutung

Wer sich als Arbeitgeber nicht auf die „automatische Umdeutung“ der unwirksamen, verhaltensbedingten Kündigung verlassen will, der kann auch selbst – nach dem verlorenen Kündigungsrechtsstreit – aufgrund desselben Sachverhalts den Arbeitnehmer abmahnen, wobei – wie oben- eine schuldhafte Pflichtverletzung des Arbeitnehmers vorliegen muss.

Anwalt Arbeitsrecht in Berlin – RA A. Martin

2 Gedanken zu „Kann eine unwirksame Kündigung in eine Abmahnung umgedeutet werden?

    Sven sagte:
    18. November 2010 um 07:19

    [zitat on]
    Wer sich als Arbeitnehmer nicht auf die „automatische Umdeutung“ der unwirksamen, verhaltensbedingten Kündigung verlassen will……
    [Zitat off]

    Sollte es nicht Arbeitgeber heissen?

    Gruß,
    Sven

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