Zwischenarbeitszeugnis – wann hat der Arbeitnehmer einen Anspruch ein Zwischenzeugnis?

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Zwischenarbeitszeugnis – wann hat der Arbeitnehmer einen Anspruch ein Zwischenzeugnis?

Dass man als Arbeitnehmer bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses einen Anspruch auf Erteilung eines Arbeitszeugnisses hat, weiß fast jeder Arbeitnehmer. Von einem Zwischenzeugnis oder Zwischenarbeitszeugnis haben auch schon die meisten Arbeitnehmer gehört. Wann man aber als Arbeitnehmer einen Anspruch auf Erteilung eines Zwischenzeugnisses hat, das wissen die wenigsten Arbeitnehmer.

Zwischenzeugnis – was ist das?

Neben dem einfachen Arbeitszeugnis und dem qualifizierten Arbeitszeugnis gibt es auch noch das sog. Zwischenzeugnis. Genau genommen handelt es sich nicht um eine eigene „Art“ eines Arbeitszeugnisses, sondern meistens um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, welches in der Form eines Zwischenzeugnisses erstellt wird.

Typisch für das Zwischenzeugnis ist, dass eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses – z.B. durch Kündigung, Aufhebungsvertrag oder Zeitablauf nicht unmittelbar bevorsteht.

Anspruch auf Ausstellung des Zwischenzeugnisses – Rechtsgrundlagen?

Eine gesetzliche Norm, die den Anspruch auf Erteilung des Zwischenzeugnisses regelt, gibt es nicht. Der Anspruch erfolgt aus der allgemeinen Fürsorgepflicht des Arbeitgebers gegenüber dem Arbeitnehmer. Begrenzt wird diese Verpflichtung durch die Treuepflicht des Arbeitnehmers. Faktisch heißt dies auch, dass der Arbeitnehmer nicht in jeder Situation einen Anspruch auf Erteilung des Zwischenzeugnisses hat.

Wann kann der Arbeitnehmer ein Zwischenzeugnis vom Arbeitgeber verlangen?

Nur in besonderen Fällen, hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Erteilung des Zwischenzeugnisses. Es muss faktisch ein besonderes Interesse (triftiger Grund) des Arbeitnehmers an der Erteilung des Zwischenzeugnisses vorliegen.

Ein solches Interesse kann in folgenden Fällen gegeben sein:

  • Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses für lange Zeit (mehr als 1 Jahr)
  • Wechsel des Vorgesetzten
  • außerbetriebliche Bewerbung
  • bevorstehender Betriebsübergang
  • Einberufung zum Wehr- oder Zivildienst
  • Beantragung der Elternzeit
  • Eröffnung des Insolvenzverfahrens
  • Stellenwechsel innerhalb des Betriebes

Anwalt Arbeitsrecht Berlin

6 Gedanken zu „Zwischenarbeitszeugnis – wann hat der Arbeitnehmer einen Anspruch ein Zwischenzeugnis?

    arbeitszeugnis formulierungen sagte:
    14. Oktober 2011 um 10:11

    Hab immer ein komische Gefühl nach dem ZWischenzeugnis zu fragen. Ich mein, es ist für beide Seiten offensichtlich das irgendwas im „Busch“ ist. Wie begründet man dass denn am unauffälligsten?
    netter blog übrigens

    alles gute

      Jazz sagte:
      20. Oktober 2011 um 20:30

      Ich habe vor 2 Monaten bereits ein Zwischenzeugnis angefordert, natürlich aus dem Grund, dass ich mich nach etwas neuem unsehen will und mein Vorgesetzter fragte auch direkt ob ich mir einen neuen Job suchen will und ich habe ihm gesagt nein, ich möchte wissen wie meine Arbeit eingeschätzt wird, aber ich habe bisher mein Zeugnis noch nicht erhalten, was kann ich nun tun?

    Gwen sagte:
    4. April 2012 um 17:07

    Meine Vorgesetzte (Kita-Leitung) hat im Dezember 2011 unseren Betrieb verlassen. Aus diesem Grund habe ich (und die anderen Kolleginnen) ebenfalls im Dezember ein Zwischenzeugnis bei ihr angefordert. Jetzt,nach drei Monaten, habe ich erfahren, daß sie offensichtlich gar keine Vorlage verfasst hat. Wir haben zur Zeit eine kommissarische Kita-Leitung, die eigentlich einen anderen Job macht und man sagte mir, dass sie evtl. das Zwischenzeugnis ausstellen würde. Sie kann mich jedoch gar nicht beurteilen. Wie kann ich erreichen dass die ehemalige Leiterin – wir haben 2,5 Jahre zusammen gearbeitet – das Zwischenzeugnis ausstellt ?

    Kaddl sagte:
    4. Juni 2012 um 17:03

    Ich hatte vorhin ein unangenehmes Mitarbeitergespräch mit meiner Vorgesetzten und habe das nachfolgende Schreiben verfasst. Kann mir jemand sagen, ob ich das so wegschicken kann? Momentan habe ich einen Zeitvertrag (befristet auf 1 Jahr und bin seit 7 Monaten im Unternehmen). Vielen Dank für die Hilfe vorab!

    Sehr geehrte Frau xxx,
    sehr geehrte Frau xxx,

    nach unserem Gespräch am heutigen Nachmittag habe ich mir nochmals über den Verlauf dieses Termins Gedanken gemacht und möchte Ihnen diese gerne als Vorbereitung auf das anstehende Probezeitgespräch mitteilen.

    Als erstes nehme ich Bezug auf Ihre Argumentation in Hinsicht auf meine „zahlreichen“ Krankmeldungen, die Sie mir vorgelegt haben.

    Wie Sie den ärztlichen Attesten entnehmen können, beziehen sich die Krankmeldungen auf 2 Krankenstände, was ich Ihnen bereits erläutert habe. Die ersten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen wurden wegen einer starken Grippe ausgestellt, ein Fernbleiben von meiner Tätigkeit bei Frau xxx erachte ich in diesem Falle als sinnvoll, da die Patientin, wie Sie der Krankenakte entnehmen können, künstlich beatmet wird und das Vermeiden einer Ansteckung sicherlich auch in den Interessen der von xxx AG liegt. Der zweite Arbeitsausfall war durch eine Operation eines Leistenbruchs, dieser Eingriff fordert eine postoperative Schonung der Wunde, weshalb ich insgesamt 6 Wochen (1 Woche vor und 5 Wochen nach der OP) arbeitsunfähig war.

    Im Normalfall bleibe ich nicht wegen leichten Beschwerden von der Arbeit fern, jedoch konnte ich bei diesen beiden Krankenständen nicht ohne Einschränkung meiner Tätigkeit wie gewohnt nachgehen. Ich verstehe, dass dies für Sie ärgerlich ist, auch wegen der allgemein hohen Krankenstände im Unternehmen, jedoch war ich stets bereit Dienste von Kollegen zu übernehmen, wenn es Arbeitsausfälle gab.

    Desweiteren möchte ich auf den Verlauf des Gesprächs direkt eingehen:

    In dem Mitarbeitergespräch habe ich weder etwas Positives in Bezug auf meine Arbeit gehört, noch über das Übernehmen zahlreicher Dienste, es wurden mir explizit negative Verhaltensweisen vorgeworfen, was ich sehr bedauere. Aufgrund der geringen Wertschätzung meiner Einsatzbereitschaft, trotz Operation und kurzfristiger Dienstplanänderungen, muss ich zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgehen, dass nach Auslaufen meines Zeitvertrags keine Festanstellung vorgesehen ist. Zudem haben Sie mich darauf hingewiesen, dass Sie ein/e Mitarbeiter/in in der Vergangenheit wegen 7 Krankmeldungen in 6 Monaten entlassen haben (ich habe momentan 6 Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, davon 2 Auen mit Folgebescheinigungen, in 7 Monaten vorgelegt).
    Zur zukünftigen Arbeitsplatzsuche benötige ich daher bis zum Probezeitgespräch, jedoch spätestens zum 04.07.2012 ein Zwischenzeugnis über meine Tätigkeit seit meiner Anstellung bis heute.
    Ich bedanke mich für die offene Beurteilung meiner momentanen Leistungen aus Sicht der Geschäftsführung und warte auf Ihre Terminmitteilung für das Probezeitgespräch.

    Mit freundlichen Grüßen

    Xxx xxx

    Anna sagte:
    13. Januar 2016 um 14:43

    Hallo!

    Heute hat eine Mitarbeiterin meines ehemaligen Teams nach einem Zwischenzeugnis gefragt. Grundsätzlich ist das Anfertigen dessen kein Problem, jedoch ist die Kollegin seit mehr als 1,5 Jahren in Mutterschutz und Elternzeit und die Teamleitung hat inzwischen schon zweimal gewechselt.
    Die frühere Teamleitung ist nicht mehr im Unternehmen.

    Wer ist nun für die Erstellung eines Zeugnisses zuständig bzw. hat die Kollegin überhaupt einen Anspruch darauf, wenn sie seit so langer Zeit nicht mehr aktiv im Unternehmen tätig war?

    Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.

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