Top Ten der schwierigsten Mandanten – heute: „Ich habe da mal ne Frage“!

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Top Ten der schwierigsten Mandanten – heute: „Ich habe da mal ne Frage“!

Anwälte müssen sich häufig mit schwierigen Mandanten herumschlagen. Eine wirklich schwierige Mandantengruppe sind die „Ich-hab-da-mal-ne-Frage-Mandanten“.

Den „Ich-hab-da-mal-ne-Frage-Mandanten“ sieht man selten; er scheut den visuellen Kontakt und bleibt lieber anonym. Er ruft lieber an und beginnt das Gespräch meist damit, dass er dringend den Anwalt sprechen müsse. Er vermeidet es seinen Namen zu nennen und einmal zum Anwalt durchgestellt, eröffnet er die Konversation mit dem Standardsatz, mit: „Ich hab da mal ne Frage!“ oder noch schlimmer: “ Ich hab da nur mal ne Frage!“.

Ohne auf  Reaktion des Rechtsanwalts zu warten, schildert der „Ich-hab-da-mal-ne-Frage-Mandant“ sofort sein Problem und schließt dann mit einem Fragesatz, wie „… darf er das?“ oder „…. ist der Grundstückskaufvertrag (über € 1. Million) wirksam?“.

Der „Ich-hab-da-mal-ne-Frage-Mandant“ erwartet eine Antwort und natürlich kostenlos! Wörter, wie RVG, Haftungsrisiko, kompliziert, Geld und Beratungsgebühr sind ihm zuwider; stattdessen liebt er Ausdrücke, wie einfach, selbstverständlich und vor allem das Wort „kostenlos“.

Er möchte keinen Termin zur Besprechung haben, nein, er will sich nur eben mal informieren. Natürlich sollte die Antwort schon richtig sein, denn er hat ja beim Anwalt angerufen und nicht bei seinem Schwager. Aber kosten sollte sie nichts, dass ist für diesen Mandantentyp das Wichtigste.

Bekommt er die Antwort nicht, so legt er gerne nach und behauptet, dass er bisher immer dachte, dass die Auskunft beim Anwalt kostet nichts und im Raum Berlin sei ohnehin eine Frage beim Anwalt immer kostenlos. Zudem sei er enttäuscht, dass der Anwalt als Spezialist die Antwort auf seine Frage nicht kennt.

Antwortet der Rechtsanwalt immer noch nicht, dann ist der „Ich-hab-da-mal-ne-Frage-Mandanten“ meist sehr entrüstet, denn er wollte ja nur eine Auskunft und keine Rechtsberatung. Er versteht nicht, weshalb einfache Fragen nicht am Telefon beantwortet werden können, schließlich sei doch alles in einer Minute erledigt und ohnehin könne man doch die Antwort im Internet finden (er weiß nur nicht wo).

Einen Beratungstermin wolle er nicht. So wichtig sei die Sache dann doch nicht.

Leider hat die Zahl der „Ich-hab-da-mal-ne-Frage-Mandanten“ in der letzten Zeit rapide zugenommen. Gerade in Ballungszentren, wie z.B. in Berlin, scheinen diese sich heimisch zu fühlen. Mittlerweile ist fast bei jedem 2. Anruf ein “ Ich-hab-da-mal-ne-Frage-Mandant“ am Telefon.

Den“Ich-hab-da-mal-ne-Frage-Mandanten“ wird man am besten los, wenn man auf die Frage, ob denn die das Fragen kostet antwortet:  „Nein die Frage kostet nichts, aber die Antwort.“

Anwalt Berlin – RA A. Martin – Arbeitsrecht Berlin Mitte

PS. Erscheint der „Ich-hab-da-mal-ne-Frage-Mandant“ in seltenen Fällen in der Kanzlei, dann vermeidet er es tunlichst sich hinzusetzen,um gar nicht erst den Eindruck zu erwecken, dass er an einer seriösen Beratung interessiert ist.

9 Gedanken zu „Top Ten der schwierigsten Mandanten – heute: „Ich habe da mal ne Frage“!

    RA H.- H. Hellmann sagte:
    4. Mai 2010 um 10:09

    …warum soll es Ihnen anders gehen??
    Das Problem hatte ich hier in der Provinz (Bünde/OWL)schon vor Jahren.
    Da hilft nur, stur seine Linie zu verfolgen, was schön für Ruhe sorgt und Konzentration für die zahlende Stammkundschaft läßt.
    Aus „Ich hab da mal nur `ne Frage“ erwachsen nur Empfehlungen gleicher Klientel und nie was vernünftiges.
    Zur Zeit nerven hier die ständigen ungebetenen Werbeanrufe, vor allen Dingen für Anwaltssuchdienste!!
    Da ist uns außer unter unfreundlichen Kommentaren schnellstens aufzulegen noch nichts gescheites eingefallen.

    Mit freundlichen kollegialen Grüßen aus Bünde

    RA Hellmann

    rechtsanwaltarbeitsrechtberlin geantwortet:
    4. Mai 2010 um 13:21

    Ich muss sagen, dass diese Probleme bei mir fast ausschließlich in Berlin und in Polen sind, wobei die Polen meist wissen, dass sie Geld beim Anwalt zahlen müssen. Die polnischen Anwälte haben die Mandanten in Polen ganz gut „erzogen“.

    Mitleser sagte:
    4. Mai 2010 um 16:19

    Haftungsrisiko? Wofür gibt es denn die Berufshaftpflichtversicherung?

    personaldebatte sagte:
    4. Mai 2010 um 21:41

    Wichtiges Kennzeichen dieses Rechtsinteressierten auch: die Frage ist immer „ganz kurz“.

    rechtsanwaltarbeitsrechtberlin geantwortet:
    5. Mai 2010 um 05:46

    Ja, und dann holt der Mandant aus und schiebt nochmal richtig nach.

    asinuscanus sagte:
    5. Mai 2010 um 08:14

    Klingt gut! Ich glaube Ihnen gern, dass Sie es auch nicht immer einfach haben mit denjenigen, deren Interessen Sie vertreten sollen… Ich wünsche jedenfalls gute Nerven!

    Helmut Karsten sagte:
    5. Mai 2010 um 08:56

    „Ich hab da mal ’ne Frage“: Wie oft denn noch……..

    Wie oft denn noch…..
    ….wird dem Rechtssuchenden noch erzählt, dass er keine Möglichkeit hat, zu seinem Recht zu kommen, wenn er sich auf die gleichgeschalteten Urteilsbegleiter und ……………………. verlassen muss.

    ….wird dem Rechtssuchenden klargemacht werden, dass er keine Chance hat, wenn andererseits die arrogante, akademische Anwaltschaft faselt, dass sie einen Rechtsstaat (wessen??) aufrechterhalten würden.

    Man kann meinen Fall googeln. Noch ’ne Frage: Wie lange noch.??

    […] den „Ich-habe-da-mal-eine-Frage-Mandanten“ habe ich ja bereits berichtet, heute ist der Telefonschnorrer oder Rechtsberatungsschnorrer […]

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