A-Jur – kostenlose Anwaltssoftware?

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kostenlose Anwaltssoftware?

Anwälte greifen meist tief in die Tasche, wenn es um Anwaltssoftware für den Büroalltag geht. Word und Co. reichen hier meist nicht aus. Die Softwarefirmen, die solche Bürosoftware für Anwälte anbieten, verdienen mittlerweile nicht nur am Verkauf der Software, sondern auch immer stärker am Support.

Eine kostengünstige Alternative könnte hier die Anwaltssoftware a-jur sein.

Wir haben bei uns in der Kanzlei einen Weg gesucht die Kosten für den Support zukünftig zu vermeiden, da mit jedem neuen Arbeitsplatz diese anstiegen. Seit ungefähr 3 Monaten läuft nun A-Jur auf einen Rechner im polnischen Bereich der Kanzlei.

Das Programm ist erstaunlich vielfältig und einfach zu bedienen. Man kann Akten verwalten, die Buchhaltung führen, Schreiben fertigen und auch elektronische Mahnbescheide erstellen. Eigentlich bietet das Programm vom Funktionsumfang her alles, was man in einer durchschnittlichen Anwaltskanzlei braucht.

Funktionen:

  • Dokumentenmanagement
  • Verwendung von Textbausteinen
  • Adressverwaltung
  • Terminkalender
  • Führen von Forderungskonten
  • Erstellung von Rechnungen
  • Durchführung des elektronischen Mahnverfahrens
  • Zwangsvollstreckung
  • Zeiterfassung
  • Finanzbuchhaltung

Positiv ist, dass man sehr einfach Schreiben an alle Beteiligte (mit nur einen Mausklick) erstellen kann. Man klickt hierzu einfach den jeweiligen Beteiligten der Akte an und schon wird das Schreiben geladen. Die Dokumente werden übersichtlich in eigenen Ordnern gespeichert und sind auch in der jeweiligen elektronischen Akte präsent.

Das Programm ist kostet, wenn man mehr als 100 Akten anlegt. € 100,00 pro Jahr. Im Vergleich dazu haben wir beim letzten Anbieter € 150,00 pro Monat bezahlt.

Vorteile:

  • kostenloser Download und Test bis 100 Akten
  • ständige Aktualisierung
  • einfache Installation (auf Einzelarbeitsplatz)
  • einfache Bedienung

Das Programm hat aber nicht nur Vorteile. Ein Problem ist, dass der Support natürlich nicht vergleichbar ist mit dem anderer Anbieter, die Anwaltssoftware im größeren Umfang anbieten. Eine Beschreibung des Programms und der Funktionen ist im Internet vorhanden. Es gibt ein Supportforum. Eine Hotline gibt es – meines Wissens – nicht. Dies ist auf jeden Fall ein Manko, da man als Anwalt darauf angewiesen ist, dass die Software tadellos funktioniert. Fällt diese aus, dann ist „Feierabend“!

Welche Probleme traten auf?

Genau genommen hatten wir bei der Erstinstallation auf einen Einzelrechner zunächst keine Probleme. Das Programm ist auf einen Einzelplatzrechner einfach zu installieren. Später – nach einigen Tagen der Verwendung des Programms – fehlten auf einmal einige Daten zu den angelegten Akten (z.B. angelegte Beteiligte). Der Fehler wurde durch ein Update behoben.

Wer jahrelang mit anderer Anwaltssoftware gearbeitet hat, braucht am Anfang eine kurze Einarbeitungszeit, stellt dann aber fest, dass das Programm einfacher zu bedienen ist und sehr schnell arbeitet. Beim vorherigen Anbieter bestand für uns nicht nur das Problem des immer teurer werdenden Supports, sondern auch darin, dass die Speicherung der Word-dokumente im Programm und das Ausdrucken über die Schnittstelle der Software sehr lange gedauert hat. Dies geht in a-jur sehr viel schneller.

Probleme im Netzwerk

Was aber wirklich problematisch ist, ist die Einrichtung und die Verwendung der Software im Netzwerk. Die Beschreibung hierzu ist zu kurz und setzt doch sehr gute Computer-Kenntnisse voraus. Bis heute habe ich die Installation nicht hinbekommen, was auch daran liegt, dass wir auf einigen Rechnern Windows XP Home und auf anderen Windows XP Prof. installiert haben. Trotz intensiver Suche scheiterte die Installation im Netzwerk bis heute. Hier besteht auf jeden Fall Handlungsbedarf, da für die meisten Anwälte gerade die Netzwerkinstallation interessant ist.

Fazit:

Die Software a-jur ist eine brauchbare und gute Alternative zu herkömmlichen – teuren – Büroprogrammen für Anwälte. Am Support und vor allem an der Beschreibung in Bezug auf die Installation im Netzwerk sollte sich aber noch etwas tun.

Wir haben uns entschieden, a-jur weiter zu nutzen.

Das Programm ist konzipiert, programmiert und produziert durch:
Rechtsanwälte Carlos Claussen und Dr. Joachim Granzow

8 Gedanken zu „A-Jur – kostenlose Anwaltssoftware?

    GH sagte:
    4. Dezember 2009 um 08:09

    Man sollte vllt noch ergänzen, dass die Software a-jur nur funktioniert, wenn man die Produkte von Microsoft (Windows, Word, Microsoft SQL-Server) benutzt.

      rechtsanwaltarbeitsrechtberlin geantwortet:
      4. Dezember 2009 um 08:30

      Ja, stimmt. Es wäre schön, wenn z.B. Open Office unterstützt würde.

      Für mich ist der Knackpunkt aber, dass das Programm nicht so aufgebläht ist. Bei unserer letzten Anwaltssoftware dauerte der Ausdruck und das Speichern von Druckdateien manchmal mehrere Minuten.

    T.S. sagte:
    9. Dezember 2009 um 19:02

    Das Problem bei unbekannter Software ist, dass man nicht weiß, wie lange es sie gibt.

      rechtsanwaltarbeitsrechtberlin geantwortet:
      9. Dezember 2009 um 20:06

      Ja, eigentlich stimmt dies schon, aber das Programm gibt es schon seit 2002. Wie lange noch, weiß niemand, aber das weiß auch niemand bei den anderen Softwarelösungen und die sind ziemlich teuer.

    J.M. sagte:
    16. Dezember 2009 um 15:49

    Wenn man seinen eigenen Aufwand auch nur mit einem kleinen Stundensatz rechnet, scheint mir die „kostenlos“ Variante doch sehr schnell teuer zu werden, z.B. im Vergleich zu einer Einmal-Ausgabe von 350 € für eine Einsteigerversion „meiner“ Software. Noch nicht gesprochen von den oben schon erwähnten Problemen. Hinzu kommt noch: mir ist für mein Büro ein richtig guter Support wichtig, damit eine Störung auch schnell beseitigt ist und das Büro nicht blockiert wird. Mein Tipp wäre: einmal bei http://www.jurawiki.de/AnwaltsSoftware umsehen. Da gibt es inzwischen eine einigermaßen umfassende Anbieterliste (ich meine an den Einträgen kann man auch schon einiges sehen) und eine ganz vernünftige Sammlung von Kriterien bei der Auswahl.

    RA Brüninghaus sagte:
    7. Januar 2011 um 14:03

    1. Es stimmt, dass die Software weitestgehend auf Produkte der Firma Microsoft zurückgreift. Dafür gibt es allerdings verschiedene gute Gründe, die die Hersteller der Software auch nennen. Unter anderem den bereits bei diesen Produkten vorhandenen Automatisierungsgrad bei der Datenverarbeitung. Es ist nachvollziehbar, dass kein unnötiger Entwicklungsaufwand mit entsprechenden Fehlerquellen betrieben werden soll. Ferner reichen als SQL-Server die kostenlosen Versionen von Microsoft aus.

    2. Die Software ist seit langem so ausgereift, dass sie alle Funktionen für die üblichen Aufgaben einer Kanzlei besitzt.
    Wenn die Entwicklung heute eingestellt würde, wäre die Software ohne weiteres noch lange Zeit ohne Anpassungen verwendbar.

    3. Es gibt eine gute Dokumentation, Schulungen, einen telefonischen Support und einen Support per e-Mail.

    Hendrik Kaminski sagte:
    2. Februar 2015 um 17:26

    Ich denke, dass der Support wirklich das A&O darstellt. In den USA bspw. kenne ich viele Leute mit kleinen Kanzleien, die schon seit geraumer Zeit komplett auf Online-Lösungen wie PracticePanther geswitched haben. Dort ist aber auch ein Top-Service quasi Standard und man muss nicht Tage auf eine Rückmeldung warten, während einem die Mandanten im Nacken sitzen …

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