Heute Jura studieren und morgen ergänzend Hartz IV bekommen!

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Heute Jura studieren und morgen ergänzend Hartz IV bekommen!

Es scheint sich leider immer noch nicht rumgesprochen zu haben, dass man als Anwalt nicht das große Geld verdient. Ganz im Gegenteil.

Eine Bekannter aus der Beratungsbranche teilte mir vor kurzem gerade mit, dass in einer ostdeutschen Hansestadt – seiner Erfahrung nach – ein Großteil der Anwälte vor Ort ergänzend Hartz IV bekämen.

Kaum zu glauben, aber selbst wenn es nur ein kleiner Teil der Anwälte dort wären, schlimm genung ist es allemal.

Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass im Raum Berlin mittlerweile der „Anwaltskanibalismus“ tobt. Wohnzimmerkanzleien sind in Berlin – notgedrungen – gerade der letzte Schrei. „Preisbewusste Mandanten“ bestehen darauf, dass man eine Beratung im Arbeitsrecht – natürlich kostenlos – am Telefon bekommt. Wenn man dann erklärt, dass die Beratung beim Bäcker allenfalls kostenlos ist, dann kommt meistens der Spruch “ Sie wissen wohl nicht, dass in Berlin am Telefon von Anwälten wenigstens immer eine Frage kostenlos beantwortet wird.“

Verkehrte Welt, nein – Realität.

RA A. Martin – Anwalt Berlin

15 Gedanken zu „Heute Jura studieren und morgen ergänzend Hartz IV bekommen!

    verteidiger sagte:
    7. September 2009 um 11:29

    Naja, das Durchschnittseinkommen von Einzelanwälten beträgt 1.500.- Teuro. d.h. manche verdienen mehr, manche (viele ?) weniger. … 😉

    Uncle Sam sagte:
    7. September 2009 um 18:33

    Das niedrige Einkommen bei machen selbständigen Rechtsanwälten liegt einfach daran, dass ihre Examen so schlecht sind, dass keine Kanzlei sie einstellt und kein Partner sich mit ihnen einlässt.
    Und die Selbständigkeit fällt natürlich schwer, wenn man wenig Ahnung von Betriebswirtschaft hat und sich auch nicht vermarkten kann. Noch schlimmer wird es, wenn dann die Spezialisierung im Wohnraummietrecht oder in sonstigen Rechtsgebieten mit kleinen Streitwerten liegt.

      rechtsanwaltarbeitsrechtberlin geantwortet:
      7. September 2009 um 20:12

      Ich glaube, dass die angestellten Rechtsanwälte ebenfalls ziemlich schlecht dar stehen. Die Examensnote spielt meiner Ansicht nach eine untergeordnete Rolle. Dies hat kaum etwas mit den späteren wirtschaftlichen Erfolg zu tun. Anwaltsanfänger werden ohnehin in den ersten Jahren ausgenommen, egal,ob in Großkanzlei oder Kleinkanzlei. Übrigens im Wohnraummietrecht kann man gutes Geld verdienen. Der Streitwert einer Kündigung bzw. Räumungsklage beträgt die Jahreskaltmiete (bei einigen Gerichten sogar die Jahreswarmmiete).

      Tristan sagte:
      9. September 2009 um 08:32

      Danke für ihre Replik auf den Beitrag…der Beitrag selbst ist derart unsachlich wenn gar nicht primitiv….sicher handelt es sich dabei um solch einen gar tollen Wirtschaftsanwalt im neagtiven Sinne

    Steffen sagte:
    7. September 2009 um 19:31

    Das ist wirklich verrückt. Hätte nicht gedacht, dass es schon so weit ist. Ein Freund von mir hat auch Jure studiert und als Einstiegseinkommen (des öfteren) 20 – 25 000 Euro angeboten bekommen. Das ist für ein 6 jähriges Studium schon eine Beleidigung.

    Peter sagte:
    8. September 2009 um 07:11

    na ja, aber wir wollen auch mal nicht vergessen, dass RAs jahrzehntelang gutes Geld verdient haben. Aber einen Bestandsschutz gibt es in der Privatwirtschaft nicht, auch nicht in der med. oder jur. Branche. Auch die Ärzte haben früher mal gut verdient und sind jetzt am Jammern.

    egal sagte:
    8. September 2009 um 11:49

    Die Beschäftigungssituation mit den Ärzten zu vergleichen ist wahrhaft lächerlich. Jeder Arzt kann heutzutage eine halbwegs vernünftige Stelle finden, Noten sind dort nicht das Problem. Wer gar Hausarzt auf dem Lande werden möchte, bekommt heftige Zuschüsse. Wie kann man das ernsthaft mit der Situation von Anwälten vergleichen?

    kenguru sagte:
    3. Januar 2010 um 22:37

    Die eher schwache Entlohnung angestellter Anwälte ist nicht auf die Anwaltschaft begrenzt sondern betrifft wohl eher alle Angestellten der freien Berufe (RA/WP/StB/Notare und auch angestellt zu sein bei einem niedergelassenem Arzt führt nicht zu Reichtum).

    Das Argument 20-25 TEuro seien ein unangemessenes Startgeld nach soooo langem Studium zählt nicht. Wenn Du es nicht nimmst findet sich sofort ein Anderer … Warum wohl? Vielleicht weil immer noch besser ist als Taxi fahren?

      rechtsanwaltarbeitsrechtberlin geantwortet:
      4. Januar 2010 um 12:32

      Auch selbstständige Anwälte verdienen meist nicht viel. Die Anwaltskammer Berlin macht an der HU Berlin für Studienanfänger jedes Semester eine Einführungsveranstaltung und weißt darauf hin, dass im Raum Berlin ein Anwalt ungefähr € 1.500,00 pro Monat verdient.

        kenguru sagte:
        4. Januar 2010 um 20:31

        Das alles scheint für mich darauf hinzudeuten,

        1. Der Markt ist gesättigt! Käufermarkt!
        2. Besser nach Alternativen, mit besseren B eschäftigungsmöglichkeiten / Auftragsvolumina suchen.

    Jens sagte:
    20. Mai 2010 um 12:59

    ein bekannter hat selbst einen 400 Euro-Job angenommen um überhaupt was zu haben und dass mit einem fertigen Jurastudium 😦

    […] zu lesen wie: “Mit Anwälten kann man die Strasse pflastern.” oder Berichte über Anwälte die mit Hartz 4 aufstocken müssen. Da frage ich mich: Wie denkt ihr darüber? Ist es tatsächlich so wie in der Studie festgestellt? […]

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