Tag: 10. Juli 2009

Krank ist nicht gleich krank? Keine Lohnfortzahlung bei „Null-Bock-Einstellung“!

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Krank ist nicht gleich krank? Keine Lohnfortzahlung bei „Null-Bock-Einstellung“!

Das LAG Rheinland-Pfalz (LAG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 20.3.2009, 6 Sa 361/08) musste sich der der „Null-Bock-Mentalität“ eines Arbeitnehmers auseinandersetzen. Nicht jede Krankschreibung eines Arztes führt automatisch dazu, dass der Arbeitgeber auch die Lohnfortzahlung vornehmen muss.

Krankschreibung und Arbeitsunwilligkeit

Die Krankschreibung allein führt nicht zur Lohnfortzahlung des Arbeitgebers. Voraussetzung ist weiter, dass der Arbeitnehmer auch arbeitswillig ist. Wer keine Lust zur Arbeit hat und nur „bei Gelegenheit“ krank ist, hat keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Der Fall des LAG Reihnland-Pfalz:

Im Streit mit dem Arbeitgeber verließ ein Arbeitnehmer den Betrieb und äußerte, dass keinen Lust mehr auf die Arbeit habe. Am nächsten Tag reichte er eine Krankschreibung ein. Der Arbeitgeber verweigerte die Lohnfortzahlung im „Krankheitsfall“. Die Klage des Arbeitnehmers auf Lohnfortzahlung scheiterte. Das Landesarbeitsgericht Reihnland-Pflalz führte aus, dass neben der Krankheit auch eine Arbeitswilligkeit des Arbeitnehmers vorliegen muss. Ist der Arbeitnehmer – wie hier – beweisbar arbeitsunwillig muss der Arbeitgeber keine Lohnfortzahlung vornehmen.

RA A. Martin- Arbeitsrecht Berlin